Musikmagazin
Buchpräsentation: Bösendorfer - eine lebende Legende

Im März 2003 erschienen: Das Buch „Bösendorfer - einen lebende Legende" von Ferdinand Bräu und Johannes Kunz, 800 Fotos, 216 Seiten, Leineneinband mit Goldprägung im Schuber. Molden-Verlag, Wien. € 86,--

Bösendorfer Fans können aufatmen: Endlich, nach 175 Jahren – ein Buch über Bösendorfer! Darauf haben wir alle gewartet. Und was erwartet uns?
Ein reich bebilderter Prachtband mit rund 800 Farbfotos, mit zahlreichen bisher nicht veröffentlichten Dokumenten, Bildern und Testimonials von Künstlern. Es beinhaltet eine ausführliche Darstellung der wechselhaften Geschichte, sowie eine detaillierte Beschreibung der Produktion der weltberühmten Bösendorfer-Instrumente und aller seit dem Jahre 1827 gebauten Modelle.
Das bibliophile Werk mit 216 Seiten hat einen Leineneinband mit Goldprägung sowie einen 4-farbigen Schutzumschlag und Schuber.

Historie in Wort und Bild
Am Beginn stehen die Vorworte unseres LHBP Dr. Thomas Klestil, Prof. Paul Badura-Skoda und des amtierenden Generaldirektors Dr. Rudolf Arlt. Der historische Teil behandelt Bösendorfers' Geschichte mit Dokumenten, Bildern und Anekdoten aus der wechselvollen Geschichte des Unternehmens. Die Dokumente stammen aus dem Archiv des Wiener Musikvereins und aus dem Hause Bösendorfer.
Ganz klar: Dieser Buchteil erfüllt seine Pflicht, keine Spur von Kür. Hier vermisse ich Geschichten um die Historie Bösendorfers, beispielsweise Anekdoten über die Freundschaft zwischen Franz Liszt und Ludwig Bösendorfer, die harten Kriegszeiten, in denen die Klaviermacher Flügel gegen Essbares tauschen mussten und wegen der Kälte an das wertvolle Holzlager 'ran mussten, oder die Weigerung von Friedrich Gulda, den Bösendorfer-Ring anzunehmen. Mit etwas mehr Engagement und Liebe zum Thema hätte der Autor diese Buchteiles, Johannes Kunz, viel mehr vom Nimbus Bösendorfer kommunizieren können. Tradition bedeutet nicht, die Asche anzubeten, sondern das Feuer weiter zu tragen. Es endet dort, wo Fleisch an den Knochen kommen sollte. Schade.

Sensationell - die Produktion
Hier wird man entschädigt. Alleine wegen dieses Teils des Buches lohnt sich der Kauf. Im Kapitel über die Produktion erläutert der Autor Ferdinand Bräu in Wort und Bild jeden Arbeitsschritt der Herstellung eines echten Bösendorfers - einzigartig. Was Sie hier erfahren, lesen und sehen Sie sonst nirgends, auch in keinem Fachbuch. Mit mehr als 250 Abbildungen werden das einzigartige Produktionsverfahren (!) und die hohen handwerklichen Fähigkeiten der Mitarbeiter von Bösendorfer dokumentiert.
Der dritte Teil des Buches zeigt alle von Bösendorfer gefertigten Modelle, wobei auch auf historische Modelle eingegangen wird. Das kennen wir schon von den Prospekten. Gähn.

Fazit:
Ein MUSS für jeden Klavierspieler. Full Stop.

Aris Mihelinakis
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