- 15 Jahre Klavierhaus Weinberger
Die Geschichte eines Traumes - Das Klavierhaus Weinberger wurde 1991 von Bruno Weinberger gegründet. In den 15 Jahren seines Bestehens wuchs die Firma zu einem der größten österreichischen Klavierhäuser heran. Neun Mitarbeiter, 500 m², über 1000 verkaufte neue Klaviere, 5000 Kunden zwischen Bozen und Budapest, über eine Million Euro Umsatz. Ein eigenes Kundenmagazin, eine eigene Klaviermarke und ein Bekanntheitsgrad wie ein altes Traditionsunternehmen.
Bruno Weinberger feiert das 15-jährige Bestehen des Klavierhauses Weinberger- Wie es dazu kam, darüber sprachen wir mit Bruno Weinberger:
- Aris Mihelinakis: Herr Weinberger, vor 15 Jahren haben Sie das Klavierhaus Weinberger eröffnet. Können Sie sich noch daran erinnern?
Bruno Weinberger: Ja, sehr gut. Ich bin mit meiner Frau vorher noch auf Urlaub gefahren um gut erholt in die neue Aufgabe rein zu gehen. Am 13. Juni 1991 war die festliche Eröffnung mit einem Klavierkonzert von Jörg Demus. Er spielte u.a. Schubert´s Wandererphantasie...
Aris Mihelinakis: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein eigenes Klavierhaus zu gründen?
Bruno Weinberger: Noch während meiner Tätigkeit bei Bösendorfer habe ich meine Frau kennen gelernt. Ich bin deshalb zurück nach OÖ., wo ich drei Jahre für die Firma Merta, die damals Bösendorfer Vertretung innehatte, gearbeitet habe. Mein Ausscheiden dort war eigentlich unfreiwillig, was mich persönlich lange belastet hat. So habe ich mich wohl oder übel 1988 mit meinem Stimmwerkzeug selbständig gemacht.
Aris Mihelinakis: Das hört sich ja nicht gerade nach einem glücklichen Einstieg in die Selbständigkeit an.
Bruno Weinberger: Naja, lustig waren diese Monate aus mehreren Gründen nicht, aber das ist Geschichte. Selbständig arbeiten und agieren lag mir ohnehin. So habe ich begonnen und immer mehr Freude an den neuen Herausforderungen gefunden. Die ersten eigenen Kunden, der erste Computer mit dem legendären Programm F&A, der Aufbau unserer Kundendatei... Der Plan für ein eigenes Klavierhaus ist in dieser Zeit gereift – jedenfalls wusste ich schon konkret, wohin ich wollte.
Aris Mihelinakis: Wohin?
Bruno Weinberger: An die Spitze. Da ist genug Platz.
Aris Mihelinakis: So schnell ist das aber nicht gegangen...
Bruno Weinberger: Nein, natürlich nicht. Aber ich glaube an Träume. Denn das Erträumte hat eine starke Sogwirkung. Wenn man das dann aufschreibt, hat man eine klare Vision, auf die man mit Freude zuarbeitet. Mit einem schönes Ziel, fällt es leichter über manche Hürden zu springen.
Begonnen habe ich mit einem Klaviermacherlehrling, Andreas Lieb, der heute eine tragende Säule unseres Teams ist, und einer ½ Tags-Bürokraft. Dann ein zweiter, ein dritter, ein vierter Klaviermacher. Parallel dazu zwei Damen im Büro und meine Gattin. Das ist unser Team, wie es heute steht. Eine starke, aufeinander bestens abgestimmte Truppe. Es macht mich schon ein bisschen stolz, das fünf Mitarbeiter bereits über 10 Jahre im Unternehmen sind.
Aris Mihelinakis: Warum glauben Sie, ist Ihr Unternehmen so gewachsen?
Bruno Weinberger: Tja, gute Frage... Wenn ich so zurückdenke, habe ich vor allem nach Qualität gestrebt. Die Übernahme der Bösendorfer Vertretung, die Gründung des Klaviermagazins „Der Weinberger“, die Seminarreihe „Tasten & Rasten“ und die eigene Klaviermarke haben unseren Bekanntheitsgrad sehr gefördert. Es ist sicher die Summe unserer Aktivitäten, die unsere Wachstum ausmacht.
Aris Mihelinakis: Wie sind Sie auf die Idee zu einem Klaviermagazin gekommen?
Bruno Weinberger: 1993 hatte ich einen Betriebsberater engagiert, der uns im Bereich Marketing empfahl, ein eigenes Kundenmagazin ins Leben zu rufen. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. Bei der „Erfolgskontrolle“ ein Jahr später bekam ich die Frage präsentiert, warum ich der Empfehlung nicht gefolgt war. Es dauerte noch über ein Jahr, bis Dezember 1995, dass die Nummer Eins erschien. 12 Seiten, zweifärbig, und einem viel zu matten Papier... Heute haben wir eine Auflage von 5.000 Stück, vier Mal jährlich. Und es belastet unser Marketingbudget nicht mehr. Wir können mit Hilfe unserer Lieferanten, Abonnenten und Inserenten Grafik, Druck und Porto finanzieren. Auch wenn es viel Arbeit ist und ich mir in der Endphase der Produktion ein paar Nächte um die Ohren schlage - es macht mir große Freude. Denn es gibt in Österreich nichts Vergleichbares – ein Magazin, dass sich dem Thema Klavier als Kommunikationsplattform widmet. Und zwar für alle Interessierten. Das ist Kundennutzen.
Aris Mihelinakis: Ihre eigene Klaviermarke: Rechnet sich das?
Bruno Weinberger: Im Grunde wünscht sich wohl jeder Klaviermacherlehrling, einmal vor einem Klavier zu stehen, dass den eigenen Namen trägt. Anfang des 20. Jahrhunderts haben auch über 200 Klavierbauer in Österreich Klavier erzeugt. Heute gibt es bis auf wenige Ausnahmen nur mehr industrielle Fertigung. Deshalb habe ich mein erstes Klavier, das Vision One, in Wahrheit aus reinem Egoismus gemacht - ob sich das rechnet oder nicht, war mir egal. Das Projekt konnte ich 2001 in Kooperation mit meinen Freunden bei der Eisenberger Pianofortfabrik realisieren. Als das erste Weinberger Instrument bei uns im Salon stand, war ich echt stolz. Kunden, die es gesehen haben, waren angetan. So hat der Verkauf begonnen. Heute haben wir eine Modellpalette von fünf Pianos und zwei Flügel, wobei sich einer noch im Prototypenstatus befindet.
Was sagt Weinberger zu Bösendorfer, „Geiz ist geil“ und Billigklaviere aus China? Lesen Sie den zweiten Teil des Interviews zu 15 Jahre Klavierhaus Weinberger in der nächsten Ausgabe.
Aris Mihelinakis
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